Umschulung zum Laborassistenten oder zur Laborassistentin

Laborassistenten unterstützen Ärzte und Bioanalytiker bei der Vorbereitung von Analysen im Labor. Sie leisten Hilfestellung bei der Blutabnahme und bereiten die notwendigen Utensilien für die Laboruntersuchungen vor. Außerdem legen sie Bakterienkulturen an und Nährböden. Laborassistenten dürfen jedoch einfache Analysen wie Harnanalysen selbstständig durchführen. Der Beruf des Laborassistenten oder der Laborassistentin ist in Österreich eine Tätigkeit mit einer Spezialausbildung und gesetzlich geregelt. Eine Ausbildung oder Umschulung kann in einem Lehrgang oder in einer Schule für medizinische Assistenzberufe absolviert werden.

 

Die Ausbildung zum/zur Laborassistent/in

Die Ausbildung zum Laborassistenten umfasst insgesamt 1.300 Ausbildungsstunden. Auszubildende müssen sowohl eine theoretische als auch praktische Ausbildung absolvieren. Laborassistent/innen fallen in die Berufsgruppe der medizinischen Assistenten. Dafür gelten besondere gesetzliche Regelungen. Wer zum ersten Mal eine derartige Ausbildung macht, kann dies im Zuge einer medizinischen Fachassistenzausbildung tun. Dafür müssen Sie entweder mindestens 3 medizinische Assistenzausbildungen abschließen oder eine Pflegeausbildung gemäß dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GUKG) und eine zusätzliche medizinische Assistenzausbildung. Die dritte Möglichkeit besteht in der Absolvierung einer Ausbildung zum medizinischen Pflegemasseur und einer medizinischen Assistenzausbildung.

In Österreich gibt es Schulen für medizinische Assistenzausbildungen. Diese finden Sie in Wien, Graz, Linz und Wels. Die schulische Ausbildung dauert mindestens 2 Jahre.

 

Die medizinischen Assistenzberufe

Die Laborassistenz zählt zu jenen 8 Berufen, die in Österreich im Medizinischen Assistenzberufsgesetz vorgeschrieben sind. Zu diesen Ausbildungen zählen neben der Laborassistenz auch noch die Desinfektionsassistenz, die Gipsassistenz, die Obduktionsassistenz, die Operationsassistenz, die Ordinationsassistenz sowie die Röntgenassistenz und die medizinische Fachassistenz.

 

Berufs- und Zukunftsperspektiven für Laborassistenten

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es für Laborassistenten, hauptsächlich in Krankenhäusern, medizinischen Labors und Forschungseinrichtungen. Laborassistenten arbeiten eng mit Ärzten zusammen und stehen dabei unter deren Aufsicht. Eine Weiterbildung ist beispielsweise zum biomedizinischen Analytiker möglich.

 

Inhalte und Dauer der Ausbildung

Im Rahmen der Ausbildung, die mindestens 1.300 Stunden in Anspruch nimmt, lernen zukünftige Laborassistenten vor allem Fachkenntnisse und praktische Kenntnisse in den Bereichen der biomedizinischen Analytik, Laborwesen und Gerätekunde, Biophysik und Biochemie, Erste Hilfe, medizinische Dokumentation sowie Erste Hilfe und Kenntnisse im Sanitäts- und Hygienegesetz. Es gibt in Österreich einige Lehrgänge, welche ein Basismodul für die Ausbildung anbieten, sowie Spezialmodule.

 

Die Zielgruppe

Personen, die sich für eine derartige Ausbildung oder Umschulung interessieren, müssen in erster Linie über eine gute Augen-Hand- Koordination verfügen, ein gutes Sehvermögen vermögen und unempfindlich gegen Gerüche und chemische Substanzen sein. Darüber hinaus sind auch ein gutes technisches und medizinisches Verständnis sowie handwerkliches Geschick notwendig.

Die Umschulung zum Beruf des Laborassistenten gilt in erster Linie für Menschen, die bereits über ähnliche medizinisch-technische Ausbildungsabschlüsse verfügen. Dazu zählen beispielsweise Pflegefachkräfte oder Pflegemasseure.

 

Kosten und mögliche Förderungen

Die Kosten für eine Ausbildung zum Laborassistenten hängen immer von der jeweiligen Ausbildungsinstitution ab. Eine Umschulung zum Laborassistenten kann unter Umständen auch in Form mehrerer Module erfolgen. Sie absolvieren dabei ein Basismodul und danach die erforderlichen weiteren Module.

Wenn Sie eine Umschulung zum Laborassistenten oder zur Laborassistentin vornehmen, können Sie in bestimmten Fällen das Weiterbildungsgeld des AMS in Anspruch nehmen. Diese erhalten Sie, wenn Sie mit ihrem Arbeitgeber eine entsprechende Vereinbarung zur Bildungskarenz abgeschlossen haben. Das Weiterbildungsgeld vom AMS können Sie jedoch innerhalb von vier Jahren nur in einem relativ beschränkten Zeitrahmen nutzen. Wenn Sie die Bildungsteilzeit wahrnehmen, können Sie Ihre Ausbildung über einen längeren Zeitraum durchführen.

 

Die Bildungsteilzeit

Eine andere Alternative ist die Bildungsteilzeit. Dabei reduzieren Sie die Arbeitszeiten bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber und erhalten dafür Geld vom AMS. Die Bildungsteilzeit können Sie aber höchstens für einen Zeitraum von 2 Jahren in Anspruch nehmen und müssen daneben weiterhin mindestens 10 Stunden pro Woche arbeiten. Gleichzeitig müssen Sie nachweisen, dass Sie mindestens 10 Stunden pro Woche eine Schule oder Ausbildungsstätte besuchen.

 

Die Bildungskarenz

Im Gegensatz zur Bildungsteilzeit steht die Bildungskarenz. Bei dieser Förderungsvariante stellt Sie Ihr Arbeitgeber für einen bestimmten Zeitraum frei und Sie erhalten in diesem Zeitraum keinen Lohn und kein Gehalt. Dafür können Sie das Weiterbildungsgeld des Arbeitsmarktservice in Anspruch nehmen. Die Bildungskarenz kann innerhalb von 4 Jahren im Ausmaß von maximal 12 Monaten gewährt werden.

 

Tipps für die Bewerbung als Laborassistent/in

Wenn Sie sich für eine Ausbildung zur Laborassistentin entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall über die dafür notwendigen Grundvoraussetzungen verfügen. In der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz sollten Sie in erster Linie auf medizinische, chemische und biologische Kenntnisse und Interessen hinweisen. Außerdem sollten Sie klar herausstellen, warum Sie in einem Labor arbeiten wollen.

 

Die wichtigsten Anbieter von Ausbildungsplätzen für Laborassistenten

In Österreich gibt es einige Schulen, die Personen für medizinische Assistenzberufe ausbilden.

  • In Wien gibt es dafür die Schule für medizinische Assistenzberufe am AKH
  • In Graz bietet die Schule für medizinische Assistenzberufe des Landes Steiermark eine derartige Ausbildung an.
  • In Linz findet die Ausbildung im Ausbildungszentrum am Neuromed Campus des Universitätsklinikums statt.
  • In Klagenfurt gibt es eine Schule für medizinische Assistenzberufe.
  • In Innsbruck können Sie eine Ausbildung zum Laborassistenten im Umfang von 1.300 Stunden im Ausbildungszentrum West der TILAK GmbH machen.
  • In Salzburg gibt es ebenfalls einen derartigen Lehrgang. Diesen finden Sie an der Schule für Gesundheitsberufe des BFI.

 

Umschulung zum/zur Laborassistent/in im Fernstudium

Ein Fernstudium zur Ausbildung als Laborassistent wird in Österreich nicht angeboten. Es gibt jedoch zahlreiche Fernstudienlehrgänge in den Bereichen Physik, Chemie und Biologie. Auch hier arbeiten Sie in Labors. Nach dem Abschluss des Fernstudiums erhalten Sie zudem einen akademischen Titel. In Österreich ist dafür jedoch die Matura oder die erfolgreich absolvierte Studienberechtigungsprüfung erforderlich.