Umschulung zum/ zur Rauchfangkehrer/in

Rauchfangkehrer pflegen und reinigen Schornsteine und kontrollieren Feuerungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und in privaten Haushalten. Darüber hinaus messen sie auch die Emissionen von Heizungsanlagen. Die meisten Tätigkeiten in diesem Beruf unterliegen in Österreich strengen gesetzlichen Bestimmungen. Der Rauchfangkehrer muss heute außerdem über spezielle technische und bautechnische Kenntnisse verfügen, die im Rahmen einer Lehre vermittelt werden.

Auch die Sanierung von Rauchfängen gehört heute zum Berufsbild. Der Beruf des Rauchfangkehrers ist allerdings kein klassischer Umschulungsberuf in Österreich. Es handelt sich um einen konventionellen Lehrberuf.

 

Die Ausbildung zum Rauchfangkehrer

Die Ausbildung zum Rauchfangkehrer findet in Österreich im Rahmen einer dualen Ausbildung statt. Das heißt, man ist in einem Rauchfangkehrerbetrieb tätig und besucht ein- bis zweimal wöchentlich eine Berufsschule. Die gesamte Lehrzeit beträgt 3 Jahre und schließt mit der Lehrabschlussprüfung (LAP) ab. Danach kann man sich noch weiterbilden und die Meisterprüfung in Angriff nehmen. Entsprechende Lehrgänge, welche auf die Meisterprüfung vorbereiten, sind beim WIFI zu finden.

 

Berufsperspektiven für Rauchfangkehrer/innen

Als Rauchfangkehrer/in stehen heute mehrere Möglichkeiten der Weiterbildung zur Verfügung. Dabei kann man sich in erster Linie auf verschiedene Bereich spezialisieren. Spezialisierungen sind möglich als Energieberater/in für Gebäude, als Heizungstechniker/in oder Gastechniker/in sowie als Spezialist/in für Brandschutzanlagen und Brandmeldetechnik.
Rauchfangkehrer/innen arbeiten in den meisten Fällen in privaten Meisterbetrieben.

Durch eine spezialisierte Weiterbildung und die Ablegung der Meisterprüfung ist es auch möglich, einen eigenen Rauchfangkehrerbetrieb ins Leben zu rufen.

 

Inhalte und Dauer der Ausbildung

Die Schwerpunkte der Ausbildung zum Rauchfangkehrer teilen sich in die praktische und theoretische Ausbildung auf. Zu den praktischen Tätigkeiten des Rauchfangkehrers gehören in erster Linie das Reinigen, Kehren und Überprüfen von Rauchfängen sowie die Kontrolle von Verbindungen und Lüftungsanlagen und das Überprüfen von Heizungsanlagen mit festen, gasförmigen und flüssigen Brennstoffen.

Im theoretischen Teil lernt der Lehrling chemische Substanzen kennen, die bei der Verbrennung entstehen und deren Auswirkungen auf die Umwelt. Schließlich ist auch der Brandschutz ein wesentlicher Bestandteil der Lehre sowie das Anfertigen von Skizzen und Plänen.

 

Schwerpunkte in der Berufsschule

In der Berufsschule bilden berufsspezifische Kenntnisse den Schwerpunkt der Ausbildung. Zu diesen gehören vor allem Kenntnisse über moderne Heizungsanlagen und Brandschutzbestimmungen und messtechnische Analysen. Daneben spielt auch die angewandte Mathematik eine große Rolle. Laborübungen im Bereich der Wärmelehre, Brennstoffchemie und Elektrotechnik ergänzen die theoretischen Kenntnisse.

 

Die Zielgruppen

Als Zielgruppe für die Ausbildung zum Rauchfangkehrer gehören vorwiegend Personen, die über handwerkliches Geschick sowie mathematische und technische Fähigkeiten verfügen. Außerdem ist dieser Beruf nur für Personen geeignet, die sowohl psychisch als auch physisch belastbar sind. Die Ausbildung richtet sich vorwiegend an junge Menschen mit einem Pflichtschulabschluss.

Der Frauenanteil bei diesem Beruf liegt in Österreich derzeit unter 20 %. Da sich jedoch die Anforderungen in diesem Gewerbe heute eher auf Überprüfungstätigkeiten ohne große körperliche Belastungen beschränken, steigt der Anteil der weiblichen Rauchfangkehrer kontinuierlich.

 

Kosten und mögliche Förderungen

Eine Lehre kann in Österreich durch verschiedene Maßnahmen gefördert werden. Auch für Erwachsene gibt es beim AMS spezielle Förderungen für Lehrberufe. Die Zielgruppen dafür sind:

  • Frauen, die eine Lehre in einem Beruf mit einem geringen Frauenanteil absolvieren wollen. Dazu gehört auch der Beruf der Rauchfangkehrerin.
  • Volljährige Personen, die durch die Lehre ihre berufliche Situation verbessern wollen.
  • Schulabbrecher, die älter als 18 Jahre alt sind.
  • Personen, die eine Ausbildung mit verlängerter Lehrzeit absolvieren oder eine Teilqualifikation erwerben wollen.

Diese Förderungen sind je nach Bundesland unterschiedlich und die Förderung muss von dem Unternehmen oder der Institution beantragt werden, in der Sie die Lehre absolvieren.

Lehrlinge erhalten während ihrer Ausbildung eine Lehrlingsentschädigung, die mit der Anzahl der Lehrjahre steigt. Die Lehrlingsentschädigung wird meist monatlich ausbezahlt und man erhält sie 14 Mal pro Jahr. Die Höhe der Lehrlingsentschädigung für Rauchfangkehrer ist je nach Bundesland unterschiedlich. Sie bewegt sich zwischen 500 € und 900 € im 1. Lehrjahr, zwischen 700 € und 1.000 € im 2. Lehrjahr und zwischen 1.000 € und 1.200 € im 3. Lehrjahr.

 

Tipps für die Bewerbung als Rauchfangkehrer

Wenn Sie sich für eine Lehrstelle als Rauchfangkehrer/in bewerben wollen, sollten Sie über technisch-mathematisches Verständnis und handwerkliches Geschick verfügen. Darüber hinaus sollten Sie schwindelfrei und trittsicher sein. Eine Bewerbung für eine Lehrstelle besteht wie jede andere Bewerbung aus dem Anschreiben, dem Lebenslauf und eventuell einem Motivationsschreiben. In diesem legen Sie dar, warum Sie sich gerade für diese Ausbildung interessieren.

 

Die wichtigsten Anbieter für die Ausbildung zum Rauchfangkehrer

Die praktische Ausbildung für diesen Beruf erfolgt in der Regel in einem entsprechenden Ausbildungsbetrieb. Das sind in Österreich vorwiegend Meisterbetriebe der Rauchfangkehrerinnung. Daneben muss eine theoretische Ausbildung in einer Berufsschule absolviert werden. Die Berufsschulen in Österreich, die für den Beruf des Rauchfangkehrers zuständig sind, sind:

 

Die Umschulung zum Rauchfangkehrer im Fernstudium

Ein Fernstudium zum Rauchfangkehrer gibt es in Österreich nicht. Die Ausbildung für diesen Beruf ist dafür zu praxisbezogen. Im akademischen Bereich gibt es allerdings die Möglichkeit, ein Studium des Bauingenieurwesens zu absolvieren. Dieses beinhaltet ebenfalls Fachbereiche im Brandschutz sowie in der Kaminsanierung. Die IUBH hat dieses Studium im Programm. An deutschen Fernschulen wie der sgd oder der ILS werden auch Lehrgänge zum Heizungstechniker oder Energieberater angeboten. Bei diesen Lehrgängen sind aber berufsspezifische Vorkenntnisse erforderlich.