Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in

Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in

Viele Grafikdesigner/innen sind freiberuflich tätig, wodurch sie sich ihre Zeit und ihre Aufgaben eigenverantwortlich und sehr flexibel selbst einteilen können. Natürlich gibt es innerhalb des Berufsfelds trotzdem einige Gemeinsamkeiten. Grafikdesigner/innen unterstützen Unternehmen und Menschen in ihrer strategischen Kommunikation und visualisieren dafür Marken und Botschaften. Sie helfen, Botschaften auf wirkungsvolle und ästhetisch ansprechende Art und Weise zu verbreiten. Für den/die Grafikdesigner/in ist der Kontakt mit dem Kunden sehr wichtig, denn schließlich müssen sie deren Vorstellungen und Ziele in Designkonzepte übersetzen. Kurz: Grafikdesigner/innen transformieren die Bedürfnisse und Ideen ihrer Kunden in Visuelles.

 

Zu den täglichen Aufgaben von Grafikdesigner/innen können gehören:

  • Kommunikation mit Kunden, um mehr über ihre Erwartungen zu erfahren
  • Design-Briefings überarbeiten, damit sie mit dem Budget und den Kundenwünschen übereinstimmen;
  • Gestaltung von Brandingmaterialien wie Anzeigen, Grafiken, Büchern, Covern, Broschüren, Logos, Stickern, Webseiten
  • per Hand oder Software Designs kreieren
  • Ideen für die Umsetzung eines Kundenprojekts vorstellen

 

Zukunftsaussichten

Designberufe werden derzeit in Österreich – bedingt auch durch die zunehmende Digitalisierung – wieder stark nachgefragt; es gibt einen großen Bedarf in ganz verschiedenen Branchen. Da der Beruf aber sehr beliebt ist, gibt es viele Absolventen, so dass der Wettbewerbsdruck recht hoch ist.

Grafikdesigner/innen finden häufig Beschäftigung in der Werbe- und Kommunikationsbranche, also in PR- oder Werbeagenturen. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich auch in den Kommunikations- und Marketingabteilungen großer Unternehmen oder bei Druckereien sowie Verlagen.

Nach einer abgeschlossenen Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für die persönliche Weiterqualifikation. Da die Branche sehr schnelllebig ist, gibt es ständig neue Trends und Designprogramme, an die sich Grafikdesigner/innen anpassen müssen. Um auf dem Laufenden zu bleiben, sollten Sie Weiterbildungen, zum Beispiel in den Bereichen Audiovisuelle Medienkonzeption oder Typographische Gestaltung, nutzen. Auch eine Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in Medien (Print oder Digital) oder zum Techniker in Druck- und Medientechnik ist denkbar. Personen mit Hochschulzugangsberechtigung stehen außerdem verschiedene Studiengänge offen, etwa ein Bachelor of Arts in den Fächern Angewandte oder Digitale Medien oder im Internationalen Marketing mit Medienbezug.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Eine Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in kann ein bis vier Semester dauern, je nachdem bei welchem Anbieter Sie sich umschulen lassen.

In der Umschulung erlernen die angehenden Grafikdesigner/innen die Grundlagen des Gestaltens und der Medientechnik, zum Beispiel Druckverfahren, Computergrafik, elektronische Texterfassung und Layout. Auch unterschiedliche Techniken der Illustration, Konzeption und Präsentation stehen auf dem Lehrplan, sowohl im Hinblick auf alte Medien wie beispielsweise Plakate als auch für die neuen, digitalisierten Medien. Auch freies Zeichnen ist Kursinhalt; hier werden Techniken des architektonischen, figürlichen, landschaftlichen und illustrativen Zeichnens erlernt. Die Umschüler/innen lernen auch, wie man Schriftgrafiken erstellt, um schriftgraphisch gestaltete Medien erarbeiten zu können. Da viele Grafikdesigner/innen später in der Werbebranche arbeiten werden, lernen sie in Ihrer Ausbildung Werbemittel und die Möglichkeiten zu ihrer graphischen Gestaltung kennen. Außerdem erlernen Sie die Grundlagen der Fotografie und wie man Fotos optimal bearbeitet und gestaltet.

Je nach Ausrichtung der Weiterbildung können weitere Themenfelder zum Lehrplan gehören:

  • Werbepsychologie
  • Web- und Screendesign
  • Packaging
  • Ideenfindung
  • Agenturwesen
  • Werbefilm
  • Corporate Design
  • Kommunikationsdesign
  • Designrecht
  • Cinema 4D und Motion Design

 

Zielgruppe dieser Umschulung

Eine Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in ist natürlich besonders sinnvoll, wenn man aus einem nah verwandten Beruf kommt und zum Beispiel schon als Fotograf/in oder Gestalter/in für visuelles Marketing tätig war. Vor allem sollten die Bewerber/innen aber künstlerisch begabt und kreativ sein und eine Vorliebe für bildliches Gestalten mitbringen. Auch eine Affinität für die Arbeit mit Computern ist hilfreich, denn vor diesem verbringen die meisten Grafikdesigner/innen viel Zeit. Ein offenes, kommunikatives Wesen gehört ebenfalls zu den Voraussetzungen für den Beruf des/der Grafikdesigner/in, da zu den täglichen Aufgaben häufig Präsentationen von Ideen, Konzepten und fertigen Designs gehören.

Gute Englischkenntnisse sind wichtig, denn viele Programme gibt es nur in englischer Sprache und je nach Branche, in der Sie später arbeiten, ist auch in der Kommunikation mit den Kunden möglichst fließendes Englisch gefragt.

 

Finanzierung der Umschulung im Bereich Grafikdesign

Eine Ausbildung beziehungsweise Umschulung zum/zur Grafikdesigner/in in Österreich kostet in der Regel mehrere tausend Euro. Wenn Sie diese Kosten nicht selbst tragen können, bieten sich mehrere Optionen für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme. Die Datenbank “Kursförderungen in Österreich” hilft, finanzielle Förderungen für Ihr persönliches Umschulungsvorhaben zu finden.

Wenn es um die Finanzierung Ihrer Umschulung geht, muss zwischen einer Umschulung der normalen Erwachsenenbildung und einer Umschulung im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation – also aus gesundheitlichen Gründen nach Unfall oder Krankheit – unterschieden werden. Die Unterscheidung ist so wichtig, weil für beide Fälle unterschiedliche Arten der Finanzierung gelten. Während Sie die Kosten, die für eine normale Aus- und Weiterbildung anfallen, meist selbst tragen müssen beziehungsweise lediglich Bildungsförderungen beantragen können, werden die Kosten für eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme gänzlich übernommen.

Voraussetzung für die Durchführung einer Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation ist die Bestätigung Ihrer österreichischen Pensionsversicherung, dass Sie einen Rechtsanspruch auf eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme haben und diese für Ihren Fall zweckmäßig ist. Nur in diesem Fall können Sie seitens des AMS ein Umschulungsgeld erhalten. Voraussetzung ist, dass Sie bei der Planung und Durchführung der Maßnahme aktiv mitwirken. In der Phase der Planung Ihrer Maßnahme erhalten Sie ein Umschulungsgeld in Höhe Ihres Arbeitslosengeldes. Dieses wird während der Durchführung der Maßnahme um 22 Prozent erhöht.

Zusätzlich zum Umschulungsgeld können Sie eine Beihilfe zum Umschulungsgeld erhalten, die die Kosten abdeckt, die während Ihrer Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation anfallen. Dazu gehören Fahrtkosten und Kosten für die Aus- und Weiterbildung. Anfallende Kosten müssen von Ihnen mit Belegen nachgewiesen werden.

Wie sieht es mit der finanziellen Förderung von Umschulungen aus, die nicht im Rahmen einer Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation erfolgen? Der AMS bietet einerseits individuelle Beihilfen, andererseits zusätzliche Förderungen für Umschulungen, die beantragt werden können, wenn Sie die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen. Die Weiterbildungsdatenbank des AMS beispielsweise ist ein erster Schritt, um eine Maßnahme zu finden, die vom AMS finanziell gefördert wird. Die Datenbank, auf der Bildungsträger ihre Weiterbildungsangebote veröffentlichen, listet circa 55.000 geförderte Kurse, das Angebot ist also vielfältig. Wird die Kursanmeldung vom AMS bewilligt, übernimmt dieser die Kurskosten. Wenn nötig, kann beim AMS für die Zeit des Kursbesuches auch die Übernahme weiterer Kosten, beispielsweise Reise- oder Kinderbetreuungskosten, beantragt werden.

Für den Fall, dass Sie arbeitslos sind und einen Kurs besuchen wollen, um sich für den Arbeitsmarkt weiterzuqualifizieren und den Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen, unterstützt der AMS Sie für diese Zeit mit sogenannten Aus- und Weiterbildungsbeihilfen. Dabei handelt es sich einerseits um Beihilfen zur Deckung des Lebensunterhalts, die wenigstens so hoch sind wie Ihr Arbeitslosengeld. Andererseits gibt es Beihilfen zu den Kurskosten, beispielsweise für die Kurs- und Prüfungsgebühren. Auch Kursnebenkosten, etwa Reisekosten und die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, können übernommen werden. Um die Förderung durch Beihilfen zu erhalten, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Sie müssen arbeitslos sein (nur in Ausnahmefällen können auch Menschen mit geringem Einkommen diese Art der Förderung erhalten) und der Kurs muss geeignet sein, Ihre Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Anstelle oder zusätzlich zu einer Förderung durch den AMS können Sie nicht-öffentliche Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht ziehen, beispielsweise einen privaten Bildungskredit.

 

Tipps für die Bewerbung

Weil es im Job als Grafikdesigner/in um gestalterisches Talent geht, sollten Sie sich mit Ihrer Bewerbung besondere Mühe geben. Versuchen Sie aber nicht zu übertreiben; wenn es zu viele Farben und Schriftarten werden, wirkt das nur verwirrend und schlimmstenfalls wie gewollt, aber nicht gekonnt.

Im Anschreiben als dem Herzstück der Bewerbung erklären Sie, was Sie motiviert, sich zum/zur Grafikdesigner/in umschulen zu lassen, und welche Erfahrungen Sie in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn bereits sammeln konnten. Diese sollten natürlich möglichst einen Bezug zu Grafikdesign haben oder zumindest Ihr künstlerisches Interesse und Ihre schon vorhandenen Fähigkeiten in diesem Bereich zum Ausdruck bringen. Auch die Angabe möglicher Referenzen kann an dieser Stelle einen guten Eindruck hinterlassen.

 

Anbieter der Umschulung nach Städten

 

Kärnten: WIFI Niederösterreich

 

Neunkirchen: WIFI Niederösterreich

 

Wien: Werbe-Akademie des WIFI Wien

 

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternativ zu einer Umschulung im Bereich Grafikdesign können Sie sich mit einem Studium im Kommunikationsdesign, Mediendesign oder Fotodesign weiterbilden. Einige dieser Studiengänge werden im Fernstudium angeboten, etwa an der Diploma Hochschule oder der New Design University St. Pölten.