Umschulung zum/zur Tierpfleger/in

Umschulung zum/zur Tierpfleger/in

Tierpfleger/innen kümmern sich um das Wohlbefinden von Tieren. Das betrifft die Betreuung, Beschäftigung, Pflege und die Versorgung der Tiere mit Futter. Der Arbeitsort von Tierpfleger kann variieren, zumeist sind sie aber in Zoos, Versuchslaboren, Tierkliniken oder Tierparks beschäftigt.

 

Die Umschulung zum/zur Tierpfleger/in

Eine Umschulung zum/zur Tierpfleger/in ist in Österreich zwar prinzipiell möglich, allerdings stehen die Chancen dazu sehr gering. Die Ausbildungsstätten sind rar und erhalten viele Bewerbungen. Alleine im Tierpark Schönbrunn bewerben sich jedes Jahr Hunderte Kandidaten für einen begehrten Lehrplatz. Aufgrund der körperlichen Belastung in diesem Beruf scheint ein Rechtsanspruch auf berufliche Maßnahmen zur Rehabilitation nach ASVG eher unwahrscheinlich. Möglichkeiten für Quereinsteiger gibt es dennoch – beispielsweise über Kurse am WIFI.

 

Der österreichische Ausbildungsweg

Der Beruf des/der Tierpflegers/in ist in Österreich für gewöhnlich ein Lehrberuf. Auf diese Weise wird er für gewöhnlich im dualen Ausbildungssystem während einer dreijährigen Ausbildungszeit erlernt. Bereits während der Ausbildung entscheiden sich die Lernenden für eine Spezialisierung. Das betrifft die Arbeit in der Versuchstierhaltung, die Tierzüchtung, das Arbeiten in Tierkliniken oder Zoos und vieles mehr.

Neben diesem herkömmlichen Weg gibt es noch die Möglichkeit, den Beruf über eine private Tierpflegeschule oder über den zweiten Bildungsweg zu erlangen. Für Letzteres bieten sich besonders Grundkurse beim WIFI an.

 

Zukunftsaussichten für Tierpfleger/innen

Angehende Tierpfleger/innen müssen sich auf einen harten Konkurrenzkampf am Arbeitsmarkt einstellen. Zoos und Tierparks bieten nur wenige Arbeitsplätze an und diese sind zumeist heiß begehrt. Selbst Personen mit bereits absolvierter Berufsausbildung kommen nur schwer an diese Plätze. Etwas besser sehen die Berufschancen bei Versuchslaboren aus. Die Bedingungen, unter denen Tiere gehalten werden, verbessern sich aus Sicht der Tiere stetig. Diese Änderungen erfordern aber auch Personal, das sich regelmäßig mit diesen Änderungen beschäftigt. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich die Tier-Mensch-Beziehung in den kommenden Jahren eher verbessert.

Der Job als Tierpfleger ist aber sehr anstrengend und sollte wirklich nur von Personen ergriffen werden, die sich ihrer Sache sehr sicher sind.

 

Voraussetzungen für gute Jobaussichten

Die Tiere selbst ändern sich zwar nicht, dafür verschiebt sich unser Umgang und unser Wissen über sie. Versuchslabore sind an gewisse gesetzliche Verpflichtungen gebunden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen stehen immer wieder unter Begutachtung – das wachsende Interesse am Wohl der Tiere innerhalb der Bevölkerung erfordert hier immer wieder neue Gesetzestexte. Als Tierpfleger/in ist es Ihre Aufgabe, sich mit diesen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Auch die Erkenntnisse der Forschung im Bereich der Biologie machen ständige Weiterbildungen notwendig.

Tierpfleger/innen können:
  • Die derzeitige Gesetzeslage auf die Haltung von Tieren umlegen: Dabei achten sie auf das Wohl der Tiere.
  • Tiere pflegen: Der Umgang mit kranken oder verwundeten Tieren ist für Tierpfleger/innen kein Problem.- Das optimale Futter für jedes Tier planen und bestellen.
  • Tiere züchten: Tierpfleger/innen wissen über geeignete Methoden der Tierzucht Bescheid.
  • Das Verhalten der Tiere verstehen: Tierpfleger/innen unterstützen ihre Arbeitgeber, indem sie die Signale der Tiere richtig einordnen können.
  • Beraten: Egal ob es um ihren Arbeitgeber oder Kunden geht
  • Tierpfleger/innen beraten über den richtigen Umgang mit Tieren.

 

Zielgruppe der Ausbildung

Tierpfleger/in kann grundsätzlich jeder werden. Die Pflichtschule muss abgeschlossen sein, das ist in Österreich nach neun Schuljahren der Fall. Im Anschluss daran ist eine Lehre problemlos möglich. Die Entlohnung für Tierpfleger/innen ist in den meisten Fällen nicht besonders attraktiv, daher ist bei diesem Beruf die Hingabe für die eigene Tätigkeit besonders wichtig.

 

Anforderungen

Tierpfleger/innen müssen ein hohes Maß an Belastbarkeit mitbringen. Die tägliche Arbeit mit Tieren kann ein wahrer Knochenjob sein. Das tägliche Reinigen der Käfige, der ständige Bedarf an Zuwendung ist nicht für jeden ideal geeignet. Tierliebe muss nicht nur oberflächlich vorhanden, sondern wirklich gelebt werden. Wer Tierpfleger/in werden möchte, muss sich seiner Sache wirklich sicher sein. Dafür wartet ein abwechslungsreicher Beruf, bei dem täglich andere Aufgaben anfallen.

 

Dauer der Ausbildung für Tierpfleger/innen

Über den herkömmlichen Weg einer Lehre dauert die Ausbildung zum/zur Tierpfleger/in drei Jahre. Daneben gibt es die Möglichkeit eine Berufsbildende Mittlere Schule (BMS) zu besuchen – auch hier dauert die Ausbildung drei Jahre. Hier ist die Ausbildung noch etwas stärker theoriebetont. Dennoch ersetzt der erfolgreiche Abschluss der Tierpfleger/innenschule den herkömmlichen Lehrabschluss. Über den zweiten Bildungsweg haben Personen ab dem vollendeten 21. Lebensjahr und mit mindestens eineinhalb Jahren Berufserfahrung die Möglichkeit, zur außerordentliche Lehrabschlussprüfung anzutreten.

 

Ausbildungskosten und Fördermöglichkeiten für Umschulungen

Über den herkömmlichen Weg der Lehre erhalten die Lernenden bereits während ihrer Lehrzeit eine Ausbildungsentschädigung. Anders sieht es beim zweiten Bildungsweg aus: Die Kurse, die beispielsweise beim WIFI absolviert werden können, kosten teilweise sehr viel Geld. Zum Glück kann sich zumindest ein Teil davon über Bildungsförderungen rückerstattet werden. Da es sich beim Tierpfleger allerdings nicht um einen Mangelberuf handelt, muss das Förderungsvolumen konservativ geschätzt werden.

Förderungen für Umschulungen zum/zur Tierpfleger/in sind aufgrund der hohen körperlichen Belastung eher unwahrscheinlich.

 

Bewerbungstipps für angehende Tierpfleger

Der Beruf des/der Tierpflegers/in kann ein Knochenjob sein. Dennoch müssen interessierte Personen über eine gewisse soziale Wärme verfügen. Das hilft nicht nur im Umgang mit den Tieren, sondern auch im Gespräch mit Kunden und Arbeitgebern. Gehen Sie in Ihrer Bewerbung auf Ihre Belastbarkeit ein, unterstreichen Sie, wieso Sie für die tägliche Arbeit mit Tieren besonders gut geeignet sind.
Neben grammatikalischer und orthografischer Korrektheit Ihrer Bewerbungsunterlagen können solche Faktoren den Ausschlag geben.

 

Anbieter der Ausbildung und Umschulung zum/zur Tierpfleger/in

 

Teile der Lehrabschlussprüfung (LAP) sind unter anderem:
  • Wissen über Tiernahrung
  • Krankheitslehre und Wissen über Pflegemodalitäten bei Tieren
  • Preiskalkulationen und Berechnungen von gewünschten Konzentrationen
  • Einrichten von Räumlichkeiten in Tierkliniken
  • Vorbereiten von Tiertransporten – einschließlich der erforderlichen behördlichen Unterlagen

 

Verwandte Ausbildungen

Wenn Sie mit Tieren arbeiten möchten, Ihnen das Arbeitsumfeld von Tierpflegern/innen nicht ganz zusagt, haben Sie zahlreiche andere Möglichkeiten. Tierarztassistenten/innen sind beispielsweise gezielt für die Betreuung von Tieren bei Tierärzten zuständig. Etwas anders sieht das Beschäftigungsfeld des/der Tierverhaltenstrainers/in aus: Hier analysieren die Berufstätigen vor allem die Körpersprache der Tiere. Damit können sie Tierhalter/innen beim Umgang mit ihren Tieren helfen und eventuell sogar ungelöste Konflikte lösen.

 

Tierpfleger/innen haben folgende Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Weiterbildung zum Tierpflegemeister
  • Ausbilder
  • Hochschulstudium (beispielsweise im Bereich Tierwissenschaften, Biologie oder Umweltschutz)
  • Kräuter- und Aromaanwendungen für Haustiere
  • Energetische Diplomlehrgänge